saskia hölbling

künstlerische leitung, choreographie

Saskia Hölbling beschäftigt sich seit 2002 intensiv mit Darstellungsformen von Körpern, die sich linearer Interpretationen entziehen, und zwar sowohl in Gruppenformationen als auch solistisch. Was einen Kritiker zu folgenden Zeilen veranlasste: „Diese Anti-Barbiepuppe fordert eine neue Erfindung des Standpunktes (...) bricht mit allen Konventionen, mit einer kalten, schönen Kraft voll schweigender Intelligenz sowie einer kämpferischen Körperlichkeit“

„Ich gehe von der Utopie der Möglichkeit aus, dass sich unsere Körper so verändern können, wie wir sie denken; von Körperkonzepten, die den Körper als eine Art Gedankenmasse begreifen, die jegliche Erscheinungsform, mehr noch jegliche Seinsform einnehmen kann. Wo ein Ellenbogen ebenso Entscheidungen trifft, wie eine Wade oder der Kopf. Kein Festhalten, kein Beharren auf einem Gedanken. Immer im Fluss der Assoziationen, oder der Artikulation des Körpers.

Was ich damit erreichen möchte? Ein Öffnen stereotyper Vorstellungswelten, eine Sensibilisierung für Zwischenbereiche und Fremdfelder, in die jede und jeder zu diffundieren vermag. Und ich möchte dazu ermutigen, diese Freiheit der Darstellung zu nutzen."

Saskia Hölbling hat mit ihrem Ensemble DANS.KIAS seit der Gründung im Jahr 1995 mehr als 20 Stücke produziert. Für ihre Arbeit „Do your desires still burn“  erhielt sie 2000 den „Prix d’auteur du Conseil Général de Seine-Saint-Denis/Bagnolet“ und für „other feature“ wurde ihr 2002 der „Österreichische Tanzproduktionspreis“ verliehen.

Parallel zu ihren eigenen Choreografien arbeitet Hölbling auch immer wieder mit anderen Künstlern. So hat sie u.a. 2001 mit dem kanadischen Choreografen Benoît Lachambre und dem französischen Videokünstler Laurent Goldring das Solo „rrr... (reading, readings, reading)“ erarbeitete, das bei der Eröffnung des Tanzquartiers Wien präsentiert wurde. 2008 entstand gemeinsam mit dem französischen Choreografen Fabrice Ramalingom das Duett „fiction in between“.

Auch hat Hölbling immer wieder in Zusammenarbeit mit der Wiener Taschenoper Werke von zeitgenössischen Komponisten inszeniert. 2009 führte Hölbling Theaterregie und inszenierte die „Hamletmaschine“ von Heiner Müller im Auftrag des Max Reinhardt Seminars. 2011 wirkte Hölbling mit in der Produktion "parades & changes, replay in expansion" von Anne Collod, ein Re-enactment von Anna Halprin's „Parades & Changes“ (1965).

Von 2011 bis 2013 entwickelte Hölbling gemeinsam mit Laurent Goldring die Trilogie "Squatting Projects". Es folgten 2015 das Solo "assemblage humain", 2016 das Gruppenstück "Corps à corps". Im März 2017 präsentiert sie ihr nächstes Gruppenstück "Corps suspendus".